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Samstag, 25. Juni 2016

Lebenszeichen



Wie ihr vielleicht bemerkt habt war es etwas still hier die letzten Tage. Keine Sorge, es ist nichts passiert. Ich brauchte einfach nur eine Blog-O-Auszeit und bin mir auch jetzt noch nicht so sicher ob und wie ich den Blog weiterführe bzw. in welcher Frequenz ich derzeit schreiben möchte. Ich habe zwar tagsüber viele Ideen, aber dann mit Kind natürlich nicht die Zeit alles so schreiben wann und wie mich die Muse packt. Und wenn ich dann mal Zeit habe wär noch so viel anderes zu tun oder es drängt mich immer weniger an den PC.


Ich halte euch trotzdem mal auf dem Laufenden wie es bei uns gerade so aussieht. Lämmchen wird bald ein Jahr alt und ist einfach zuckersüß. Zwischen den Schüben und ohne zahnen war sie die letzten Wochen so lieb und eigenständig, ich konnte manchmal sogar ein Buch lesen, wenn sie spielte und zwar so, dass es sich wirklich ausgezahlt hat und ich ein paar Kapitel am Stück geschafft habe. Ich lese übrigens gerade Alfie Kohn – Liebe und Eigenständigkeit. Also noch mehr Unerzogen-Gedöns. Ich freunde mich damit immer mehr an, wenn auch mit Vorbehalten. Mein Partner hält von all dem nur bedingt etwas, er möchte da lieber auf seinen „gesunden Hausverstand“ vertrauen. Lämmchen ist selbst jetzt im Schub noch die meiste Zeit trotz kleinerer Wutanfälle sehr umgänglich. Vom Mittagsbrei hat sie sich selbst entwöhnt und so mussten wir etwas schneller als geplant auf Fingerfood und Familientisch umstellen. Sie isst das meiste wirklich mit Begeisterung, allerdings macht die Verdauung nicht so mit, wie sie sich alles reinstopfen möchte. Der Stuhlgang kommt ordentlich durcheinander, der Po ist oft wund, sodass ich rohes Obst jetzt erst mal wieder vom Speiseplan gestrichen habe und mit dem Rest noch experimentiere. Und ja, ich hab sogar auch schon hin und wieder gekocht, kindtauglich natürlich, entsprechenden Rezeptbüchlein sei dank. Lämmchen steht manchmal für ein paar Sekunden frei und läuft an Mauern und Möbelstücken entlang, an der Hand gehen mag sie aber noch nicht so recht. Sie kann schon seit gut zwei Monaten Mama und Papa sagen, aber benutzt die Wörter so oft in unterschiedlichen Situationen, dass ich nicht weiß wann sie die richtige Bedeutung genau verstanden hat und was diese Wörter noch für sie bedeuten. Katze und Ball kann sie ebenfalls erkennbar sagen und versteht auch schon einige Wörter wie Hund (ist bei ihr der Wau), Vogel, Banane, Auto … und kann auf diese Dinge auf Nachfrage z.B. in Büchern zeigen, zumindest hin und wieder. ;) Bälle sind sowieso das Highlight für sie, man kann mit ihr auch schon ein wenig Ball hin und her rollen spielen. Sie ist ein absolut soziales Wesen. In Straßenbahn und Bus kann sie vor Freude quietschend ganze Abteile unterhalten und schäkert gerne mit jedem Fremden, der zurück lächelt. Auch andere Kinder mag sie. Von lieb sein bis hauen oder einfach nur für sich nebeneinander spielen, das handhabt sie dann aber ganz unterschiedlich. Der Laufstall hat Schlupfsprossen und ist die ganze Zeit offen, Lämmchen kann da rein und raus wie sie möchte. Auch das Tragen klappt wieder und ich bin regelmäßig im Veedel (Kölsch für Stadtviertel) mit Lämmchen in meiner Manduca unterwegs. Für längere Unternehmungen ist aber dann der Buggy wieder das Transportmittel meiner Wahl. Lämmchen hat ihre Tagesschläfchen erst von drei auf zwei und jetzt sogar auf einen pro Tag reduziert. Wir hatten jetzt einige Tage, an denen sie nachts von 19-8 Uhr durchschlief, von einigen Schlafmaunzern abgesehen. Allerdings ist das recht fragil, schläft sie mal nicht so lange oder tagsüber nur eine Stunde, weiß ich nicht so recht wie sie mit einem Schläfchen so über den Tag kommen wird. Aber es ist ja sowieso alles nur eine Phase, nicht wahr? ;) 





Euer schwarzes Mutterschaf

Freitag, 27. Mai 2016

So schaut`s aus ...

Ja, so schaut`s aus im Moment: Ein kleiner Zwischenstand kurz bevor Lämmchen 11 Monate alt wird.

Lämmchen Selfie

 Ich habe immer mehr das Gefühl, dass ich meinem Kind nicht vorgreifen muss, sondern dass es selbst anzeigt, wenn es sich weiter entwickelt und andere Bedürfnisse hat. Manchmal merke ich allerdings, dass sich wieder etwas verändert, brauche aber noch etwas Zeit um zu verstehen was nun notwendig wird und wie ich darauf reagieren soll.

Der letzte Entwicklungsschub nach „Oje, ich wachse“ ist nun durch, Lämmchen sollte nun Reihenfolgen in Handlungsabläufen verstehen anfangen. Wie so oft, hat sich bereits einiges neues Können vor und während dem Schub angedeutet. Jetzt nach dem Schub verdeutlichen sich nun die neuen Befähigungen immer mehr. So war ich nun schon am überlegen wann und wie ich Lämmchen das selbstständige Breiessen beibringen soll. Aber meine Kleine zeigt schon wann sie was wie lernen will. Neuerdings geht nichts mehr ohne Zweitlöffel beim Breifüttern und meine Kleine stochert schon fleißig mit mir in ihrem Brei herum. Natürlich nicht effizient, aber darum geht es ja auch noch nicht. 

Auch möchte sie alles wieder dahin zurück legen wo es war oder Behältnisse mit Deckel wieder verschließen usw. … Und seit sie in Österreich Treppen erklimmen geübt hat liebt sie es. Hoch in den 2. Stock muss ich sie nun nicht mehr tragen sondern nur noch absichern. :)

Als Lämmchen sich verbrannte (siehe hier) , hatte ich das riesen Glück, dass der Schub gerade endete und mein gut gelauntes und fröhliches Kind wieder zum Vorschein trat. Das half mir ungemein mit ihrer Verletzung umzugehen. In dieser Zeit kam auch noch der 7. Zahn, aber den steckte sie innerhalb ein, zwei Tagen einigermaßen gut weg.

Und obwohl der Schub vorbei war folgten dann doch wieder einige Tage echt schlechter Laune. Keine Sekunde durfte ich aus dem Raum gehen, sie schlief extrem schlecht und wachte immer wieder auf. Und sie wurde sehr weinerlich oder wütend, wenn sie etwas nicht bekam, das sie wollte oder etwas nicht so funktionierte wie sie es gerne gehabt hätte. Diese Phase dauert noch an, schwächt sich im Moment zum Glück aber etwas ab.

Während des Schubes hat Lämmchen viel geschlafen und regelmäßig gegessen. Jetzt ist alles durcheinander. Sie schläft tagsüber mehr aber dennoch völlig unregelmäßig und ist dafür nachts fitter. Tagelang war die Nacht um 5 Uhr morgens vorbei, egal ob die Kleine gut oder schlecht geschlafen hatte. Auch der Hunger kommt nicht mehr regelmäßig alle drei Stunden. Im Moment ist es da schwierig für mich den Tag zu planen und immer richtig zu interpretieren was mein Baby nun braucht. Im Moment mache ich nur kurze Ausflüge und lasse sie immer auf dieselbe Art schlafen (also derzeit nur im Bettchen und nicht unterwegs), damit sich das Ganze irgendwie wieder ein bisschen einpendeln kann.

Lämmchens Brandwunde sieht schon ganz gut aus, im Grunde ist alles abgeheilt, aber die Haut darunter ist noch zart und muss noch etwas vor Belastungen geschützt bleiben. Zum Kinderarzt müssen wir jetzt zum Glück nicht mehr. Am Sonntag entfernen wir dann den Verband. Wenn Lämmchen draußen spielt, wo alles etwas grober und scharfkantiger ist, bekommt sie von uns aber auf Anraten der Ärztin noch zum Schutz einen vorübergehenden. Ich bin froh, wenn ich dieses Thema dann endlich abschließen kann!

Das nur mal zum aktuellen Zwischenstand.

Euer sich nach Gleichmäßigkeit sehnendes schwarzes Mutterschaf




Mittwoch, 11. Mai 2016

Die letzte Woche: Krankheiten, Flug nach Österreich, Klassentreffen und ein schwarzer Muttertag



Folgend erzähle ich euch von den letzten Tagen, auch von unserem noch andauernden Österreich-Heimaturlaub. Einen Fotobericht bekommt ihr auch noch, aber erst wenn ich wieder in Deutschland bin, denn hier ist meine Internet-Einrichtung äußerst bedürftig. Wie es im Winter bei uns in Österreich ausgesehen hat und war könnt ihr hier nachschauen.

Lämmchen ist das erste Mal krank

Wie ihr vielleicht auf Facebook schon mitbekommen habt, ist Lämmchen zum ersten Mal seit 10 Monaten krank geworden. Wir waren gerade bei den Quasi-Schwiegereltern Nähe Mannheim, als wir nach einer anstrengenden Nacht mit Lämmchen bemerkten, dass da mehr ist als nur einfache Müdigkeit. Die Kleine schlief tagsüber viel und sackte einem immer wieder gegen die Brust, wenn man sie im Arm hielt, zudem hatte sie eine ordentlich laufende Nase. Wir mussten mit unserem kranken Kind dann noch die Rückreise nach Köln im Zug antreten und unser Baby schlief dabei die meiste Zeit auf Papas Arm. Zu Hause angekommen konnte ich dann Fieber messen, die Kleine hatte 39 Grad. Ich ließ das Fieber arbeiten und sorgte einfach nur, dass Lämmchen schlafen konnte, um sich auszukurieren. Nachts ging das dann irgendwann nicht mehr alleine und so wanderte ich auf die Couch in Lämmchens Zimmer aus und nahm die Kleine zu mir, damit Papabock schlafen konnte. Mein Mädchen schmiegte sich an mich und tastete im Schlaf immer wieder nach mir, ich musste sie laufend ganz eng bei mir halten und schlief selbst wenig und schlecht. So ging das noch einige Nächte und auch Mittagsschläfchen lang, nach dem Fieber kam dann der Durchfall. Zum Glück trank Lämmchen zumindest die Fläschchen mit Milch und Wasser gut, sodass ich mir um Dehydrierung nicht direkt Sorgen machen mussten. Zum Kinderarzt ging ich auf Nummer sicher mit ihr, schließlich wollten wir ja in wenigen Tagen nach Österreich fliegen. Den Durchfall bekamen wir dann mit der empfohlenen Heilnahrung gerade noch rechtzeitig vor dem Flug in den Griff. Dass der Durchfall nicht nur eine Nebenerscheinung vom Fieber bei Lämmchen war, sondern wohl ein Magen-Darm-Virus zusätzlich zum Erkältungsinfekt, merkte ich dann als es Papabock ebenfalls erwischte. So versorgte ich dann zwei Kranke bis auch ich dran war! Glück im Unglück, dass Papabock dann wieder einigermaßen funktionsfähig war und sich um die Kleine kümmern konnte. 

Lämmchen und ihr schwarzes Mutterschaf fliegen zum ersten Mal alleine nach Österreich

Am Tag des Fluges nach Österreich waren unser Baby und ich gerade fit genug, um alles zu bewältigen. Zum Glück hatte Papabock an diesem Tag doch frei bekommen und konnte uns zum Flughafen bringen. Auf dem Weg dorthin fielen einige Treppen und Lifte aus und ich war froh, dass er dabei war. So ganz bei Kräften war ich noch nicht und Lämmchen vorne in der Trage, ein vollbeladener Wickelrucksack auf dem Rücken und dann noch der schwere Koffer hätten mich wahrscheinlich zu diesem Zeitpunkt an meine körperlichen Grenzen gebracht. Beim Check-In schlief Lämmchen dann in der Manduca ein und ich wartete mit der Flughafen-Kontrolle solange es nur ging, damit sie einigermaßen genug Schlaf bekam. Nach einer herzlichen Verabschiedung von Papabock, Lämmchen machte auch ganz rührend „Winke, Winke“, ging es dann alleine durch die Kontrolle. Die Sicherheits-Leute waren freundlich und hielten meine Kleine, was sie ganz spannend fand, sogar abgetastet wurde sie, was ebenfalls lustig für sie war. Mein Wickelrucksack wurde dann auch noch auf Sprengstoff getestet. (Natürlich negativ. ;)) Beim letzten Sicherheitsangestellten, der sie inzwischen hielt,  fremdelte sie schließlich doch ein wenig, aber da war ich zum Glück grade fertig, um sie wieder in die Manduca zu nehmen. Der Flug selbst verlief absolut problemlos, wir blätterten gemeinsam in der Bordzeitschrift oder sie hantierte am Vordersitz herum. Ich kam sogar zu meinem Bordimbiss, während sie an ihrem Zwieback kaute. Wickeln bot sich auch an und ich nutzte dafür die Zeit im Flugzeug. Es war ganz schön eng, aber da es Lämmchen glücklicherweise vor Ort ganz interessant fand, klappte auch das problemlos. Selbst am Kofferband fluppte es, mein Koffer kam als erstes und wir wurden freudestrahlend von meiner Nichte und meinem Schwager empfangen. 

Lämmchen kommt zum zweiten Mal in der österreichischen Familie an

Auf der einstündigen Autofahrt vom Flughafen zu meinem Heimatort, konnte Lämmchen prima schlafen und so war sie fit, um ihre Großmutter ein zweites Mal wieder neu kennenzulernen. Meine Mutter,  meine Schwester mit meinem Schwager und meine Nichte saßen dann im Garten und wir plauderten während Lämmchen Haus und Hof inspizierte. Ein wenig Action gab es dann noch als ein Lama auf der Wiese in unserem Garten ausgebrochen ist (früher waren es Kühe, die Zeiten ändern sich eben ;)). Aber immerhin konnte Lämmchen so auch mal ganz nah dran an das wieder eingefangene Tier und es streicheln.

Des schwarzen Mutterschafs erstes Klassentreffen

Gleich am nächsten Tag stand mein erstes Klassentreffen an. Da ich sowieso die ganze Zeit mit Lämmchen zu tun hatte, die zur Zeit etwas anspruchsvoller ist und mitten im Schub steckt, hab ich mir da gar nicht so viele Gedanken gemacht und wurde gerade so noch mit allem fertig, als mich eine Freundin für das Treffen abholte. Meine Schwester, meine Nichte und meine Mutter sollten auf die Kleine währenddessen aufpassen und ich schrieb neben mündlichen Erklärungen noch eine „Bedienungsanleitung“. Das wieder vom Baby-Modus runterkommen und sich nur auf mich konzentrieren können brauchte etwas Zeit, aber dann war es echt schön, die alten Gesichter von früher wieder zu sehen und sich zu wundern wie sehr sich die einen und die anderen gar nicht verändert haben. Es gab Sekt, von dem ich mir nur ein Gläschen gönnte, ein Gruppenfoto, eine Präsi mit alten Fotos von früher und leckeres Essen. Dann wurde ich jedoch je durch einen Anruf herausgerissen. Meine Familie kriegte Lämmchen einfach nicht zum Schlafen bezüglich ihres letzten Tagesschläfchen und sie wurde immer überdrehter und verheulter. So verabschiedete ich mich leider viel zu früh und kümmerte mich um mein armes Kind. Um ihr weitere Einschlafszenen zu ersparen legte ich mich mit ihr zusammen hin. Sie wehrte sich noch ein wenig aber schließlich schaffte sie es doch endlich, selbst im Schlaf tastete sie immer noch nach mir. Es war auch das erste Mal das jemand anderer als Papabock oder ich sie schlafen legen sollte und es tat mir leid, dass es nicht geklappt hatte. Wir hatten leider keine Zeit um es schrittweise zu versuchen. 

Ein schwarzer Muttertag

Die letzten Tage, Lämmchens Krankheit bzw. danach recht anstrengendes Befinden, meine Krankheit, der Stress um den Flug und zu guter Letzt die Sorge um Lämmchen, weil sie ohne mich nicht einschlafen konnte und letztendlich keine gute Zeit hatte, weil ich auf dem Klassentreffen war, … das hat mich wohl alles mehr gestresst und belastet als ich dachte. Deshalb geriet ich dann wegen einer Kleinigkeit mit meiner Mutter aneinander. Meine Mutter ist sehr …, ich drücke es mal wohlwollend positiv aus: meine Mutter gibt gerne den Ton an, lässt sich von den Gefühlen und Empfinden anderer nicht sehr beirren und schaut auf ihr Geld. Sie ist zudem nicht mehr die Jüngste und das Alter macht ja bekanntlich sehr festgefahren. (Versteht mich nicht falsch, ich hatte eine schöne Kindheit und liebe meine Mutter, auch wenn sie der durchaus fürsorgliche aber „ich weiß am besten was du brauchst, egal was du mir auch signalisieren magst“-Typ ist.) Und auf der anderen Seite ich, etwas ausgepumpt, dünnhäutig und nicht mehr die Kraft habend meine von ihr abgelehnten Bedürfnisse und Regenerationswünsche diplomatisch zu verdeutlichen. Sprich: Mir war kalt und meine Mutter weigerte sich für mich die Fußbodenheizung im Badezimmer in Betrieb zu nehmen. Daraufhin warf ich ihr die oben geschönten Eigenschaften ziemlich ungeschönt an den Kopf.
Und am nächsten Tag Muttertag. Super Timing! Trotz allem konnte und kann ich mich nicht entschuldigen. Der Inhalt ist nun mal das was ich meine. Und der Ton, ja, den hätte ich anders wählen können. Oder nein, eigentlich nicht, nicht zu diesem Zeitpunkt. Ich habe schon so oft diplomatisch sein müssen, während mir meine Mutter im Streit ziemlich respektlos in Inhalt und Ton gegenübertrat (was für sie aufgrund des Mutter-Kind-Gefälles nicht weiter auffällig ist). 

Lämmchens Verfassung

So, jetzt aber genug Privates ausgeplaudert. Lasst uns wieder auf das Wichtigste in meinem Leben und in diesem Blog zurückkommen, Lämmchen. Während des Fiebers ging es Lämmchen wirklich schlecht, sie war völlig matt und k.o. Den Durchfall steckte sie einigermaßen gut weg, aber sie schlief sehr viel. Die laufende Nase hat Lämmchen immer noch, auch die Tagesschläfchen sind noch länger als sonst und ab und an zeigt sie sich auch etwas erschöpft. So ganz fit ist sie noch nicht, auch wenn man das auf den ersten Blick nicht merken würde. Ansonsten setzt zurzeit der aktuelle Entwicklungsschub voll ein. Sie ist sehr anspruchsvoll, weint sofort wegen Kleinigkeiten, schnell wird ihr etwas langweilig - sie wird auch richtig sauer, wenn beim Spielen etwas nicht so klappt wie sie sich das vorstellt- und ich darf mich kaum von ihr lösen. Die Nächte sind entsprechend auch eher mühsam und hin und wieder kommt sie nur noch bei mir in meinem Bett einigermaßen zur Ruhe. Wir haben es wohl beide nicht einfach im Moment. Kann das sein, dass die Schübe immer schlimmer werden oder bahnen sich schon wieder die nächsten Zähne an?!

Mehr von unserem Treiben in Österreich dann im nächsten Post!


Euer geschlauchtes schwarzes Mutterschaf



Samstag, 16. April 2016

La donna è mobile? Nichts gegen: Un bebè è mobile!



Ein Kind wächst, entwickelt sich, lernt … alles ist im Fluß. Kaum hat man sich an etwas gewöhnt, für sich einen Rhythmus mit dem Kind gefunden, wirft das kleine Wesen alles wieder über den Haufen. Mit nichts lernt man mehr über Veränderung als mit einem kleinen Kind!

Ich bin heute noch sehr dankbar, dass man mich schon in meiner Schwangerschaft auf ein bestimmtes Buch hingewiesen hat. Viele Bücher haben mir interessantes Wissen und bedenkenswerte Ansätze beschert, aber keines war so eine immense konkrete Erleichterung im Umgang mit Lämmchen wie das Buch „Oje, ich wachse!“. Vorher war ich da völlig unbedarft und der Meinung ein Kind lerne stetig und gleichmäßig. Das Buch spricht aber von regelmäßig auftretenden Entwicklungs-Schüben. Ich war skeptisch ob sich das alles wirklich so drastisch auswirken würde wie im Buch beschrieben. Aber Lämmchen hat meine Erwartungen nicht enttäuscht! ;)

Eigentlich habe ich zwei Kinder. Eines zwischen den Schüben und eines im Schub. Ich nenne sie jetzt mal überspitzt Strahle- und Mieselämmchen. Das erstaunliche: das Buch kann den Wechsel bis auf ein, zwei Tage genau voraus sagen. Das hat mich wirklich überrascht!

Dank dieses Buches kann ich mich nun darauf einstellen und muss mich nicht ständig fragen was ich plötzlich falsch mache, wenn mein Kind auf einmal so launisch, schlecht gelaunt, empfindlich und aus dem Takt gebracht erscheint wo es denn sonst ein recht ausgeglichenes und fröhliches Kind ist. Das klingt so banal, ist aber eine immense Erleichterung für mich! Ich kann so Miese-Lämmchens schwierigeres Verhalten mit einem viel größeren Mitgefühl akzeptieren und begleiten. 

Zum Anderen hat es aber auch mein Verständnis für die Welt in der mein Baby lebt, wie es sie wahrnimmt, gestärkt. In vielen Büchern steht was Neugeborene und Kleinkinder wann können. Aber an das kognitive Innenleben, wie das Kind die Welt versteht, daran traut sich kaum einer.
Im Buch „Oje, ich wachse.“ ist ebenfalls beschrieben was das Kind nach den jeweiligen Schub neues kann. Viele kritisieren es deshalb, sehen eine auferlegte Norm. In neueren Auflagen hat das Buch das dann entsprechend relativiert, betont, dass nicht jedes Kind alles in gleichem Ausmaß zur gleichen Zeit macht und auch jedes Kind unterschiedliche und individuelle Stärken und Interessen mitbringt. 

Diesen Aspekt des Könnens finde ich allerdings sowieso lange nicht so spannend wie die Beschreibung was in den Schüben passiert! Zum ersten Mal konnte ich lesen was das Kind wahrnimmt im Sinne von wie das Kind die Welt versteht. So entwickelt sich erst die visuelle Wahrnehmung, später dann aber vor allem die allgemeine Verarbeitung. Es begreift Muster, danach fließende Übergänge,  Zusammenhänge, später Kategorien und dann auch Reihenfolgen usw. … Mit diesem Wissen kann ich mich viel mehr in mein Kind hinein fühlen und mit ihm in seiner Welt mitgehen. Und wenn es dann etwas Neues kann, dann bemerke ich das viel bewusster, kann es viel besser einordnen.

Ich bin eigentlich ein Freund von Studien, belegbaren Angaben. Es hapert es hier sicher etwas mit wissenschaftlichen Fakten zu dem Buch, es lehnt sich vielleicht etwas weit aus dem Fenster mit Interpretationen. Es dreht sich vieles um das Innenleben des Kindes, was allerdings auch schwer wissenschaftlich nachweisbar ist. Aber, wenn ich sehe, dass es bei meinem Kind funktioniert und es mir hilft mich tiefergehend in das Kind einzufühlen (und es offensichtlich nicht schaden kann) – dann frage selbst ich nicht weiter nach.

Nach dem letzten Schub habe ich mich dann schon wieder sehr auf eine etwas entspanntere Zeit mit meinem ausgeglichenen Strahle-Lämmchen gefreut. Ein paar wenige Tage gemeinsam waren uns gegönnt und plötzlich war Miese-Lämmchen wieder da. Ich wunderte mich wo mein Strahle-Lämmchen abgeblieben ist, es sollte in der schubfreien Zeit doch wieder an meiner Seite sein? „Geduld!“ mahnte ich mich, aber es wurde immer schlimmer. Miese-Lämmchen war da und das extrem anhänglich, dabei hatte sie aber auch gleichzeitig nicht die Ruhe bei mir zu bleiben. Bei anderen funktionierte das mit dem Spiel-Flow noch einigermaßen. Sobald ich aber in Sichtweite kam, war es damit vorbei: rauf auf meinen Arm, wieder runter, wieder rauf, usw. … immer wieder, die ganze Zeit… nichts schien ihr recht zu sein. Die Nächte wurden zum Tag, mal krabbelte Lämmchen tiefnachts putzmunter durch die Gegend, mal schlief sie extrem unruhig, wachte immer wieder auf. Ich musste sie nachts oft zu mir ins Bett nehmen, auch wenn ich selbst deswegen kaum noch schlafen konnte. Miese-Lämmchens Laune war meist im Keller und wenn mal nicht, dann schlug sie schnell bei Kleinigkeiten wieder um. Auch Hunger- und Schlafrhythmus waren völlig durcheinander. Sonst recht zuverlässige Beruhigungsmaßnahmen halfen nichts mehr. Selbst im Kinderwagen, normalerweise ein Einschlafgarant, fand meine Kleine keine Ruhe mehr. Die Trage schien ebenfalls von der einen Sekunde zur anderen plötzlich wieder nicht mehr aushaltbar zu sein. Nun konnte ich mit ihr nur noch kurze Runden um den Block machen und fühlte mich wie eingesperrt. 
Kurzum: es war so schlimm, dass mir die Schübe dagegen wie ein Klacks vorkamen!

In dieser Intensität dauerte das Ganze zwei Wochen an und erst dann, ganz zum Schluss, kamen die typischen Anzeichen: der Speichel floss in Strömen, das Kind kaute auf meinen Fingern herum usw. … erst da ahnte ich, dass es sich wohl tatsächlich ums Zahnen handeln musste. Dieses lange, extreme und verheulte Durcheinander war ich allerdings nicht gewohnt. Lämmchen hatte bereits zwei Zähne. Besonders starkes Sabbern und ein bis zwei Tage schlechte Laune und gut war es. Ich dachte ich wusste bereits wie der Hase bei ihr lief (… wie schlau man immer als Erstlings-Mutter ist, oder? ;)). 
Aber das jetzt?!
Schließlich entdeckten wir sie dann doch. 

Vier Zähne auf einmal!!!

Da wurde mir dann einiges klar.
Langsam wurde es dann auch besser, die Tage an denen es schwierig war wurden weniger und traten schließlich nur noch vereinzelt auf. Mein Strahle-Lämmchen ist nun wieder da, selbst wenn sie immer noch sabbert als wäre sie völlig undicht. ;) 
Leider hab ich mit diesem Blogpost den Fehler gemacht und in meine „Oje, ich wachse“-App geguckt. (Kann ich jedem empfehlen, kostet nur ganz kleines Geld und alles Wichtige steht drin. Viel mehr an Hintergrund ist im Buch auch nicht zu finden.) Ich hab es jetzt schwarz auf weiß. Das Strahle-Lämmchen ist nur gekommen, um Tschüss zu sagen. Der nächste Schub ist schon wieder dran! ;(
 
Euer ein bißchen gebeuteltes schwarzes Mutterschaf





Samstag, 19. März 2016

Lämmchens Entwicklung



Ich bin bisher noch gar nicht auf die Entwicklungsstände von unserem kleinen Lämmchen eingegangen. Das liegt unter anderem auch daran, dass ich es eigentlich als gar nicht so wichtig empfinde wann ein Baby was kann, solange es in gesunden Bahnen verläuft. Und wie wir alle wissen, können diese Bahnen sehr unterschiedlich verlaufen. Andererseits kenne ich natürlich auch die Gedanken die man so hat: man versucht die Entwicklungsstände zu vergleichen, sich zu orientieren ob alles normal verläuft und auch zu sehen wie gut das eigene Kind im „Entwicklungsrennen“ liegt. Gerade der letzte Punkt ist oft schuld daran, dass viele Eltern sich selbst und auch anderen unsicheren Eltern völlig unnötigen Stress machen. Ich habe diese Gedanken auch an mir entdeckt und gleich versucht gegenzusteuern. Ich habe meine Mutter gefragt wie das bei mir so war und meinen Nachbarskindern bzw. Kindheitsfreunden und es hat überhaupt nichts bedeutet, wenn irgendeiner irgendetwas früher konnte. Das halte ich mir immer wieder vor Augen, wenn Unsicherheit aufkommt und es hilft!


Zu Beginn brauchte Lämmchen etwas mit der Bauchlage. Ich wusste anfangs einfach nicht, dass man einem Kind anfangs dazu bewusst die Gelegenheit bieten muss. Da sie das nicht von Anfang an kannte, mochte Lämmchen das Bauchliegen einfach nicht und ich musste mir immer wieder etwas einfallen lassen, um sie dazu zu motivieren. Anfangs war das wirklich schwer und ich gebe zu, ich schwarzes Mutterschaf habe sie in den Sekunden bis wenigen Minuten manchmal dabei fernsehen lassen, da es sie als Einziges vom Weinen abhielt. Später wurde sie dann in unserem rollbaren Babybay am Bauch durch die Wohnung geschoben und es ging immer leichter, bis sie schließlich Gefallen daran fand. Spätestens als sie sich dann selbst vom Rücken auf den Bauch drehen konnte, musste ich mich darum nicht mehr kümmern. Dann musste ich sie allerdings umgekehrt wieder vom Bauch auf den Rücken zurück drehen, weil sie es selbst noch nicht konnte! Das war eine nicht ganz so zufriedene Zeit für Lämmchen. Aber nach gut zwei Wochen klappte auch das und mit der Zeit des selbstständigen Drehens begann auch ein neuer Abschnitt mit ein wenig mehr Eigenständigkeit für mein Engelchen. 


Schließlich ging es los mit dem „Rocken“, so nennen wir es, wenn sie im Vierfüßlerstand quietschend vor und zurück wippt. Es dauerte dann auch gar nicht so lange bis sie, das Robben überspringend, anfing zu krabbeln. Rückwärts. Auch nicht sehr zufriedenstellend für die Kleine, wenn man endlich kleine Entfernungen überbrücken kann und dann in einer Zimmerecke festhängt. Oder zu einem Spielzeug will und sich stattdessen nur davon entfernt. Armes kleines Lämmchen. Dabei war alles nur eine Kopfsache, wie wir entdeckten. Sie konnte nämlich auch vorwärts, wenn sie sich nur gut genug konzentrierte. Und wir fanden heraus wie wir sie zuverlässig dazu bringen konnten. Es gibt nichts Schöneres als Mutterschafs und Papabocks liebevoll gebaute Bauklötzchen-Türmchen umzuwerfen. Da kann die Kleine den Turbo einlegen, so viel Spaß macht das! 


Mittlerweilen krabbelt unser Lämmchen selbst auf dem rutschigen Laminatboden recht flott und zielstrebig und lernt auf ihren eigenen Gliedmaßen die Wohnung kennen. Ein Heidenspaß für die Kleine und graue Haare für mich schwarzes Mutterschaf! Wieso hat man Babys keinerlei Überlebenstrieb eingebaut? Wieso muss sich mein Baby an einer Hand festhalten und aufs Knien bzw. Stehen hochziehen, wenn sie es noch nicht einmal richtig mit zwei Händen kann? Warum kann so ein Kind turbokrabbeln und dötzt dann in der gemütlichen Variante einfach so mit dem Gesicht auf den Boden? Wieso muss sich ein Baby in wirklich jeden Abgrund stürzen? Wie konnten diese Babys überhaupt die Evolution überleben???

Was mir diesbezüglich noch schwerfällt ist die Sicherung unserer Wohnung. Steckdosen sind klar, aber Kanten- und Eckenschutz? Wenn ich damit anfange, dann müsste ich konsequenterweise die gesamte Wohnung auspolstern und das geht doch auch nicht? Aber überhaupt kein Schutz, … nein, das überleb ich wahrscheinlich weniger als unser Kind! Meine Nerven! Jetzt versuche ich Stück für Stück zumindest die Stellen abzusichern, wo sich das Kind am häufigsten aufhält.

 
Kurz nach dem Krabbeln konnte Lämmchen dann auch selbstständig sitzen. Das ist für uns alle eine wirklich tolle Sache. Unsere Kleine kann sich nun auf eine ganz andere, intensivere Art mit Dingen auseinandersetzen und wir können sie nun auch in den Hochstuhl setzen. Sie kann nun viel direkter am Familienleben teilnehmen. Und wenn ich sie dann wie eine Große sitzen und mit Sachen herumhantieren sehe, dann wird mir klar, was für einen gigantischen Sprung sie gemacht hat. Sie ist nun tatsächlich mehr Kleinkind als Baby. Einerseits freue ich mich ungemein über diese neue Entfaltung meines Mäuschens, andererseits verstehe ich nun das erste Mal zumindest ein bisschen, warum manchen die Entwicklungen zu schnell gehen und sie ihrem kleinen Baby hinterher weinen.


Das ist nun der aktuelle Stand und ich kann nur hoffen, dass Lämmchen das Lernen und Probieren angstfrei und dennoch ohne schlimmere Blessuren übersteht. Ich versuche wirklich keine Glucke zu sein, aber ich erwische mich selbst immer wieder dabei, wie ich meine Kleine schon übertrieben sichere oder sie beim Sitzen abstütze, obwohl das ja gar nicht mehr notwendig ist. Dann sehe ich Papabock zusammen mit Lämmchen und weiß, wenn auch widerwillig, dass ich von seiner Lockerheit und Zuversicht auch lernen kann (obwohl es mich trotzdem manchmal wahnsinnig macht wie lapidar er auf sie aufpasst und sie kaum sichert!).

Euer graugesträhntes schwarzes Mutterschaf